Liebesrausch im Stachelkleid: Die Igel-Paarungszeit hat begonnen!
Wer laute Schnauf-, Keuch- und Fauchtöne in seinem Garten hört, muss nicht gleich erschrecken. Nein, hier sind keine Einbrecher am Werk, sondern unsere heimischen Igel! Von Mai bis August läuft die Paarungszeit der Stacheltiere auf Hochtouren. Und das ist oft ein echtes Spektakel.
Das „Igelkarussell“ dreht sich
Bevor es zur eigentlichen Paarung kommt, müssen die Igel-Herren vollen Einsatz zeigen. Das Männchen umkreist das Weibchen oft stundenlang. Dieses Verhalten nennt man treffend „Igelkarussell“. Die Angebetete ist anfangs meist wenig begeistert, stupst den Dränger weg oder boxt ihn mit den Stirnstacheln.
Ist das Weibchen schließlich überzeugt, legt es die Stacheln ganz flach an den Körper, damit sich das Männchen nicht verletzt.
Völlig k.o.: Warum Igel jetzt auch tagsüber herumliegen
Igel sind eigentlich strikt nachtaktiv. Doch die Partnersuche und der Liebesakt kosten unglaublich viel Kraft. Deshalb kann es im Sommer zu einem Phänomen kommen, das viele Gartenbesitzer beunruhigt: Ein Igel liegt mitten am Tag platt und scheinbar reglos auf dem Rasen oder im Beet.
Entwarnung für Gartenbesitzer: Wenn der Igel flach auf dem Bauch liegt, die Beine von sich streckt, aber ansonsten gesund aussieht (keine sichtbaren Wunden, keine Fliegenmaden), ist er höchstwahrscheinlich einfach nur völlig erschöpft vom Liebesstress.
Nach einem ausgiebigen Tagesschläfchen in der Sonne und etwas Erholung ziehen die Tiere meistens in der Dämmerung von ganz alleine wieder weiter.
Wie du den Igeln jetzt helfen kannst:
- Ruhe gönnen: Lass den schlafenden Liebesgott einfach in Ruhe entspannen.
- Wasser bereitstellen: Eine flache Schale mit frischem Wasser ist an heißen Sommertagen eine echte Rettung.
- Vorsicht beim Mähen: Bitte schaue vor dem Rasenmähen (besonders bei Mährobotern oder Dickicht-Schneidern) gründlich nach, ob sich ein erschöpfter Igel im Gras ausruht.



